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Italien ist von Nord bis Süd einfach klasse!
Italien, das Land, das in Form eines Stiefels in das Mittelmeer hineinragt, hat über 60 Millionen Einwohner und eine Küstenlänge von über 7.300 km. An dieser Zahl ist erkennbar, das Italia, wie es auf Italienisch heißt, eigentlich von Nord bis Süd eine Urlaubsregion ist. Wo keine Küstenabschnitte sind, findet man Seen, Berge oder eine seichte, bergige Hügellandschaft, die mit Weinreben oder Olivenbäumen durchzogen ist und auf diese Weise einen besonderen Reiz hat. Wenn man weder Küste, noch eine grüne hügelige Landschaft mit riesigen Wein- oder Olivenplantagen findet, gibt es ganz sicher in der Nähe Ausgrabungen aus vergangenen Zeiten oder andere kulturelle Höhepunkte, die in Italien von Nord bis Süd, auf einer Länge von etwa 1.200 km, überall anzutreffen sind. Über das Wetter spricht man in Italien nicht, denn das mediterrane Klima ist mild, hat lange, warme Sommer und auch vielfach Wintertagen, die man durchaus so nennen darf. Für den Italiener spielt das ohnehin keine große Rolle, denn der Sommer ist im Juli und August und wer im September an den Küsten ist, der muss schon schauen, dass ihm nicht der Liegestuhl weggezogen wird. Ab Anfang September, egal wie das Wetter ist, wird abgeräumt. Die Strände werden leer und wer im September nach Italien fährt, der hat die sonst vielfach überfüllten Strände mit den endlos erscheinenden Liegestuhlreihen und Sonnenschirmen fast für sich allein. An der Südspitze von Sizilien ist man noch etwa 150 km von der afrikanischen Küste entfernt und man kann sich schon vorstellen, dass dort die Temperaturen auch im September und Oktober durchaus sommerlich sind. Trotzdem wird abgeräumt und in Italien ist der Sommer dann eben vorbei. Wer bei vielleicht nur knapp 20 Grad irgendwo im Norden an der Riviera oder an der Adria im Hotelpool badet, der eventuell mal gerade noch 18 Grad Wassertemperatur hat, der wird von den Italienern sofort als Ausländer erkannt und belächelt. Während der Sommerferien ist der Italiener aber unterwegs. Eine schier endlose Lawine von Autos fährt in Richtung Süden und die Strände füllen sich in allen Orten. In den Monaten Juli und August sollte der Tourist Italien meiden und es den Italienern überlassen. Einmal ist es in der Vor- und Nachsaison preiswerter und vor allem sind die Hotels, Pensionen, Alberghi und die anderen Feriendomizile nicht überfüllt und an den Stränden hat man richtig viel Platz. Der freie Platz ist allerdings auf die Strände beschränkt, denn in den Touristenzielen ist immer etwas los. Wer viele Japaner, Amerikaner, Engländer, Kanadier und die europäischen Nachbarn in Massen erleben will, der muss einfach nach Venedig, nach Mailand, die Cinque Terre besuchen, nach Rom , Florenz, Pisa, Neapel, nach Pompeji mit dem Vesuv, an die Amalfiküste mit Capri und Positano, nach Sardinien und selbstverständlich gehören auch Äolischen Inseln mit dem einzigen aktiven Vulkan in Europa, dem Stromboli, wie auch eine Sizilienrundreise mit Syrakus, Messina, Palermo, dem Ätna und vielen interessanten Ausgrabungsstätten, zu den Sehenswürdigkeiten, die die ganze Welt anziehen. Zum Glück ist die Küste so lang, dass der Massentourismus noch nicht alle Bereiche für sich entdeckt hat und es gibt noch tolle Buchten, kleine Orte und Strände, für die es sich wirklich lohnt, eine weite Reise zu unternehmen.
Italien ist ein ideales Ziel für Städtereisen!
Italien ist ein ideales Ziel für einen Kurztrip in eine der Städte, in denen man unendlich viele kulturelle Angebote hat und die auch für einen Stadtbummel der „Shoppingklasse“ durchaus geeignet sind. Mailand mit dem Dom, der Galerie am Dom, der Mailänder Skala und den vielen Plätzen und historischen Gebäuden ist immer eine Reise wert. Gerade die vorgenannte Shoppingtour ist für Mailand ein absolutes Muss. Man muss nicht nur in die teuren Boutiquen, in denen man meint, dass die Ware noch in Lira ausgezeichnet sein muss, sondern auch einfache Kaufhäuser sind in Italien oft ein tolles Erlebnis. Wer auf dem Domplatz steht und den Blick nach links vom Dom abwendet, der schaut auf das Kaufhaus „Rinascente“. In diesem Kaufhaus, in dem man sich etwa wie im KDW in Berlin fühlt, findet man alle Marken dieser Welt und die Aufteilung des Shop-in-Shop-Systems erinnert nicht an ein Kaufhaus-Ambiente, sondern der einzelne Shop eher an eine Edelboutique. Wenn man eine Pause macht und ein Getränk oder einen kleinen Imbiss auf der Außenterrasse des Restaurants im 7. Stockwerk einnimmt, sitzt man etwa auf der gleichen Höhe, auf der das begehbare Dach des Doms auf der anderen Straßenseite zu sehen ist und die Fotos des Doms aus dieser Perspektive sind sicher für viele Betrachter ein besonderes Erlebnis. Mailand ist eine Reise wert, aber natürlich auch Florenz mit seinen phantastischen Bauwerken, Pisa mit dem noch immer schiefen Turm und vor allem Rom mit dem Vatikan und allen anderen Sehenswürdigkeiten. Das Hotelangebot in allen Städten ist umfangreich und man kann in allen Kategorien auch preiswerte Angebote finden. Es kommt natürlich darauf an, was man genau unternehmen will und wie viel man für die Übernachtung ausgeben möchte, aber selbst mitten in Rom gibt es kleine Hotels, in denen man noch sehr günstig ein Zimmer bekommen kann. Oft darf man in diesen Hotels und Pensionen nicht sehr lärmempfindlich sein. Das liegt oft nicht an der Nähe zur Hauptstraße oder gar am Fluglärm, weil man in der Einflugschneise des Flughafens wohnt, sondern meistens leider an den anderen Gästen. Viele Touristen nehmen das nicht so ernst mit der Nachtruhe und die Wände und die Türen sind nicht sehr dicht. Da schlägt man schon einmal mitten in der Nacht die Türen sehr laut und ruft den anderen Mitreisenden noch einen netten Gruß zu oder man hat etwas viel „Vino“ gehabt und ist deshalb etwas lauter. Viele kleine Alberghi, das sind die Pensionen, bieten in Italien kein Frühstück an. Das ist die italienische Mentalität, denn auf ein Frühstück legt der Italiener eigentlich keinen wert. Man geht auf dem Weg ins Büro in die Bar und ein ausgiebiges Frühstück wäre eine“ spremuta d’arancia“, also ein frisch gepresster Orangensaft, dazu einen Cappuccino und ein Brioche. Das Hörnchen, welches es ohne Füllung oder mit verschiedenen Marmeladen, mit einer Nusscreme oder mit Pudding gibt. Wenn es ein solches ausgiebiges Frühstück nicht gibt, dann reicht dem Italiener auch ein „caffè al volo“, das ist der Espresso, den man stehend an der Bar trinkt; wörtlich wäre das „Kaffee im Flug“.
Mit dem Auto in Italien
Wer mit dem Auto in Italien unterwegs ist, der muss sich schon etwas umgewöhnen. Es gibt zwar etwa die gleichen Verkehrsregeln wie in Deutschland, aber es hält sich niemand daran. Ganz besonders in den Großstädten wird die Autofahrt oft zu einem Erlebnis der besonderen Art. Mailand ist schon eine Herausforderung und Rom ist sicher nicht einfacher, aber wer noch nie in Neapel oder in Palermo zur Feierabendzeit gefahren ist oder in Taranto war, das ist eine Hafenstadt im Innenbereich des Stiefelabsatzes in Apulien, der sollte nicht sagen, dass er Auto fahren kann. Die Straße ist eigentlich 3-spurig, aber die rechte Spur ist immer zugeparkt und die mittlere Spur wird auch durch schräg stehende Fahrzeuge als Standstreifen benutzt. Dann kommt eine Ampel. Sie ist rot und trotzdem fahren die Leute weiter und wer nicht vorwärts kommt, hat selber schuld. Die Roller kommen von links, von rechts, und sie überholen immer, egal bei welcher Geschwindigkeit und bei welcher Ampelfarbe oder Vorfahrtsregelung. Auch das Überholverbot wird fast nie beachtet. Selbst in Tunnels mit einer Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und einem durchgezogenen Streifen in der Mitte, wird man mit 120 km/h ständig überholt. Gewöhnungsbedürftig für den ungeübten Italienfahrer sind auch die Mautstellen an den Autobahnen. Da gibt es oft 5 –10 Durchfahrtstellen, die mit unterschiedlichen Symbolen gekennzeichnet sind. Manche sind noch mit Personal besetzt, das Bargeld kassiert; in anderen Durchfahrten gibt es Automaten, die Bargeld annehmen und es gibt Schalter, die verschiedene Kartensysteme anzeigen. Außerdem findet man die speziellen Durchgänge für ViaCard-Inhaber, das sind eine Art von Prepaid-Karten, die man sich kaufen kann und weiterhin gibt es die Telepass-Durchfahrten, die nur für diejenigen sind, die einen Transponder an der Windschutzscheibe haben, der ausgelesen werden kann. Diese elektronische Erfassung ist sicher die schnellste Art, aber für den Urlauber uninteressant. Auch die ViaCard-Prepaid-Karte lohnt sich eigentlich nicht, denn mit einer normalen Scheckkarte ist man genau so schnell durch die Mautstelle und es verbleibt fast immer ein Rest auf der Karte, den man nicht mehr einsetzen kann, weil ein eventueller Fehlbetrag nicht als Bar-Zuzahlung geleistet werden kann und der Einsatz einer zweiten Karte nicht möglich ist.
Geographie, politische Aufteilung und Wirtschaft
Italien ist von vier verschiedenen Bereichen des Mittelmeeres umgeben. Im Nordwesten, dort wo der Küstenstreifen als Riviera bekannt ist, befindet sich das ligurische Meer und darunter auf der Westseite Italiens ist das thyrrhenische Meer. Das adriatische Meer ist der Küstenbereich auf der Ostseite und im Süden unterhalb des Stiefels und östlich von Sizilien nennt sich der Teil des Mittelmeers das ionische Meer. Zu Italien gehören die beiden großen Inseln Sizilien und Sardinien und eine große Anzahl von kleinen Inseln und Inselgruppen, u.a. der Toskanische Archipel, die Liparischen Inseln mit dem Vulkan Stromboli, die auch Äolischen Inseln genannt werden, die Ägadischen Inseln, die Tremiti Inseln und die Pelagischen Inseln, von denen die Flüchtlingsinsel Lampedusa bekannt geworden ist. Das Festland wird von Norden bis Süden von Gebirgsketten durchzogen. Im Nordbereich, an den Grenzen zu Frankreich, der Schweiz und Österreich sind es die Alpen und nach der Po-Tiefebene beginnt der Apennin, der sich in einen nördlichen, mittleren und südlichen Bereich aufteilt. Dieser Gebirgszug ist es auch, der Italien den Namen Apennin-Halbinsel gegeben hat. Die größten Städte in Italien sind Rom mit etwa 2,7 Millionen Einwohnern, gefolgt von Mailand, 1,3 Millionen, Neapel ca. 1 Million, Turin 900.000 und Palermo etwa 700.000 Einwohner. Das Land ist in 20 Regionen aufgeteilt, die im Vergleich zu Deutschland etwa den Status der Länder haben. Zu den größten Regionen gehören die Lombardei, etwa 9,7 Millionen Einwohner, Kampanien 5,8 Millionen, Latium 5,7 und Sizilien mit noch 5 Millionen. Die kleinsten Regionen sind das Aostatal mit nur knapp 130.000 Bürgern und Molise hat etwa 320.000. Wirtschaftlich ist der Norden eine sehr starke Region und der Süden noch immer das Armenhaus Italiens. Es gibt in Italien viele „Gastarbeiter“ aus dem eigenen Land, denn viele aus den armen südlichen Landesteilen mit sehr wenig Industrie zieht es in den hoch industrialisierten, reichen Norden. Eine sehr bedeutende Rolle spielt der Tourismus in Italien, der mit fast 44 Millionen Touristen weltweit an 5. Stelle steht, hinter Frankreich, Spanien, den USA und China.
Die bedeutendsten Urlaubsregionen in Italien
Italien hat eine so lange Küste, dass es überall im Land verteilt viele Urlaubsgebiete gibt und der Tourismus an fast allen Orten zu finden ist. Trotzdem, oder gerade deswegen, gibt es noch viele Gegenden, die einen erholsamen Urlaub ohne Massentourismus zulassen. Zu den bevorzugten Reisezielen gehören die Oberitalienischen Seen, mit dem Lago Maggiore, dem Luganer See, dessen größerer Teil in der Schweiz liegt, dem Comer See und dem Gardasee. An der Mittelmeerküste ist es im nordwestlichen Teil die Riviera und südlich davon die Insel Elba, der Golf von Neapel mit Capri, die Amalfiküste und die sehr schönen Urlaubsgebiete in Kalabrien ganz im Süden. Die adriatische Seite ist gekennzeichnet von langen Stränden, die gleich hinter Venedig beginnen und sich bis in den Bereich des Gargano, das ist der „Sporn“ am oberen hinteren Absatzende des Stiefels, fortsetzen. Auch südlich davon gibt es natürlich sehr schöne Strände um Bari oder Lecce. Sehr stark frequentiert ist Sardinien mit seinen tollen Stränden und natürlich Sizilien, wo man an vielen Orten eine noch fast unberührte Natur vorfinden kann und Strände, die zum Träumen einladen. In allen Urlaubsregionen gibt es Hotels in allen Kategorien, Pensionen, Gasthäuser, Apartments, Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Eine ganz besondere Kategorie des Urlaubs kann man in Italien in den Häusern erleben, die mit „Agriturismo“ gekennzeichnet sind. Agriturismo ist eine Art „Ferien auf dem Bauernhof“, den man an vielen Orten etwas im Landesinneren finden kann. Der Agriturismo entstammt ursprünglich einem Förderprogramm der italienischen Regierung, um den Bauern eine weitere Einkommensquelle zu erschließen. Inzwischen gibt es diese Gästehäuser als „Nobelversion“ mit Pool auf großen Landgütern, aber in den meisten Fällen sind die Angebote preislich interessant und die Verpflegung ist vielfach ausgezeichnet.
Bildmaterial: pixelio.de | © Zaubervogel | Andreas Seehase | Peter Heinrich | Jerzy Sawluk
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